Praktika

Ein Erfahrungsbericht von Sarah Zentner aus Pforzheim

Ein Praktikum im Deutschen Bundestag – wem sich die Möglichkeit bietet im politischen Entscheidungszentrum Deutschlands ein Praktikum zu machen, sollte die Gelegenheit beim Schopfe packen.

Ich hatte das Glück ein Praktikum im Abgeordnetenbüro von Gunther Krichbaum MdB zu absolvieren, dem Vorsitzenden des Europaausschusses. Ende Februar 2013 war viel los im politischen Berlin – Regierungserklärung der Bundeskanzlerin Merkel zum Europäischen Rat und die Europarede des Bundespräsidenten Gauck.

Ich durfte Herr Krichbaum sowohl zu Arbeitsgruppen, Sitzungen und Ausschüssen als auch zu diplomatischen Empfängen, parlamentarischen Abendveranstaltungen, Interviews und Fernsehaufnahmen begleiten. In seiner Tätigkeit als Vorsitzender konnte ich ihn im Europaausschuss begleiten, an dem u.a. sowohl serbische und montenegrinische Minister teilnahmen als auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Es war unglaublich spannend, die poltischen Diskussionsrunden bezüglich der Beitrittsverhandlungen zur EU direkt miterleben zu dürfen. Allerdings musste ich auch schnell erkennen, dass die Kenntnisse der Europarechtsvorlesung an der Uni kaum mit den komplexen Vorgängen der Ausschussarbeit zu vergleichen sind.

In meiner ersten Woche konnte ich auch das Abstimmungsverfahren des „Hammelsprung“ miterleben, bei dem alle Abgeordneten durch einen Signalton in den Gebäuden des Deutschen Bundestages zur Abstimmung gebeten werden.

Der Arbeitsalltag von Herr Krichbaum erwies sich als sehr abwechslungsreich. Von einer 40-Stunden Woche ist mit Blick auf seinen Wochenkalender wohl kaum zu sprechen. Aber etwas Routine muss sein – zur morgendlichen Kaffeetasse gehört stets die Lektüre der regionalen Zeitungen seines Wahlkreises Pforzheim/Enzkreis dazu. In seiner Funktion als Vorsitzender des Europaausschusses ist er natürlich auch viel in Europa unterwegs – gleichwohl stehen die Belange und Bedürfnisse der Pforzheimer immer an oberster Stelle.

Im Rahmen des von der CDU/CSU organisierten Praktikantenprogramms konnte ich u.a. bei einer Bundespressekonferenz zuschauen, sowie live als Zuschauerin im ZDF-Morgenmagazin dabei sein. Zu den Höhepunkten gehören natürlich auch die Diskussionsrunden mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der wie aus dem Nähkästchen über seine politische Karriere erzählt hat, sowie mit Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière.

Als Herr Krichbaum damals im Europaausschuss angefangen hat, wurde er gefragt, was er denn dort wolle, denn sobald der Vertrag von Lissabon fertig sei, wäre es dort doch ohnehin langweilig. Herrn Krichbaum zufolge wurde es bis zum heutigen Tag nie langweilig und von Langweile kann ich in meiner Praktikumszeit bestimmt nicht sprechen. An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an Herrn Krichbaum und seine Mitarbeiter für die aufschlussreiche und spannende Zeit!

Internationales Parlamentsstipendium:
Ein Erfahrungsbericht von Evelyn Klöss (Rumänien)

Heute ist es besonders still. Die sitzungsfreien Wochen sind ein guter Ausgleich zu den Sitzungswochen, wo jede Minute zählt und nichts dem Zufall überlassen werden darf. Als Stipendiatin im Deutschen Bundestag darf ich 5 Monate lang hautnah erleben, wie Demokratie und Parlamentarismus in Deutschland funktionieren und was für eine gewaltige Verantwortung jedem einzelnen Abgeordneten im Verhältnis zu den Bürgern im Wahlkreis zukommt. Die Zugänglichkeit des gesamten Bundestags lässt sich schon auf dem ersten Blick erkennen: Die Gebäude hier sind hell und fast ausschließlich aus Glas gebaut – das Schlüsselwort hier lautet Transparenz. 

Das Internationale Parlaments-Stipendium hat in diesem Jahr 120 junge Leute aus 31 Ländern eingeladen, die Funktionsweise und politische Entscheidungsprozesse innerhalb dieses Verfassungsorgans näher kennen zu lernen. Ziel ist es, dass diese anschließend die hier gesammelte Erfahrung wieder in den Herkunftsländern erfolgreich umsetzen können. Aus Rumänien sind diesmal fünf junge Frauen dabei, mit unterschiedlichem Hintergrund und gemeinsamen politischen Interessen. Das Programm bietet vielseitige Elemente: Als Kern gilt die Arbeit im Büro eines Mitgliedes des Deutschen Bundestags, wobei die Möglichkeit besteht, an allen Treffen, Ausschusssitzungen und andere Termine teilzunehmen. Zugleich dürfen wir Vorlesungen und Seminare an drei Berliner Universitäten besuchen und werden von den Koordinatoren des Programms regelmäßig zu Veranstaltungen mit politischem Schwerpunkt eingeladen.

Seit Anfang März bin ich im Büro des Abgeordneten Gunther Krichbaum eingebunden. Krichbaum ist Vorsitzender des Europaaussschusses im Deutschen Bundestag. Was ich am meisten an ihm schätze, sind seine Bodenständigkeit und Menschennähe. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb er schon zum vierten Mal ein Direktmandat in seinem Wahlkreis Pforzheim/Enzkreis, erhalten hat. Die Menschen schreiben oft über ihre Probleme, suchen einen Ansprechpartner und stellen häufig sehr hohe Ansprüche an ihren Vertreter im Bundestag und werden in dieser Hinsicht selten enttäuscht: Von den drei Mitarbeitern des Büros werden sämtliche Anfragen beantwortet und gelöst. Meine Zuständigkeiten sind mannigfaltig, sie reichen von Verwaltungsaufgaben (wie z.B. Telefonate entgegennehmen, Termine vereinbaren, Auskunft geben), bis hin zu inhaltlichen Fragen, dem Verfassen von Stellungnahmen und Presseüberblicken zum Thema Rumänien sowie verschiedenen Rechercheaufgaben. Darüber hinaus durfte ich bisher an zahlreichen Treffen teilnehmen und aus erster Hand sehen, wie Verhandlungen zwischen hochrangigen Politikern geführt werden. Unter anderem waren bereits der Ministerpräsident der Republik Moldau, die Außenminister von Albanien und Mazedonien, aber auch die Botschafter der Ukraine und Montenegros bei uns im Büro zu Gast. Besonders viel Spaß machen mir auch die Führungen für kleinere und größere Besuchergruppen durch den Reichstag. Dadurch habe ich die Geschichte und Entwicklung der heutigen Legislative kennenlernen können. Besuche aus dem Wahlkreis sind auch nicht selten: Mehrmals im Jahr treffen Schüler und Auszubildende auf ihren Abgeordneten und unterhalten sich offen zu aktuellen Themen, von denen sie sich selbst betroffen fühlen.

Neben der Büroarbeit genieße ich durchaus die Freizeit in Berlin. Hier gibt es immer etwas für jeden, ob tagsüber oder nachts. Wenn das Wetter stimmt, gehen wir sehr gerne picknicken und liegen stundenlang in der Sonne oder spazieren einfach der Spree entlang. Das bunte Nachtleben hier erinnert mich manchmal an Bukarest und meine Studentenzeit.

Eine Bewerbung für das Internationale Parlaments-Stipendium ist über die Deutsche Botschaft in Bukarest möglich.

Unter www.bundestag.de/bundestag/europa_internationales/internat_austausch/ips gibt es weitere Informationen zum Programm und eine Checkliste der Bewerbungsunterlagen.

Interessieren Sie sich für ein Praktikum?

Schreiben Sie eine EMail mit den üblichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf) an gunther.krichbaum (a)bundestag·de

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass vor allem in den Semesterferien die Praktikumsplätze sehr begehrt sind, aufgrund der räumlichen Gegebenheiten jedoch jeweils nur eine Bewerberin/ein Bewerber berücksichtigt werden kann.

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