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Hoher Besuch in Pforzheim – Serbischer Präsident zu Gast in der Goldstadt
Rund sechs Stunden lang weilte der serbische Staatspräsident Boris Tadic am 25. Oktober in Pforzheim. Höhepunkt dieses von Gunther Krichbaum initiierten Besuchs war die Gründungsfeier der deutsch-serbischen Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis im CongressCentrum Pforzheim. Zuvor hatte das Staats-oberhaupt allerdings noch ein wenig Zeit um die Goldstadt kennenzulernen.
Ein Staatsoberhaupt willkommen heißen zu dürfen, das ist eine hohe Ehre, die einem nicht alle Tage zu Teil wird. Entsprechend gespannt erwarteten Gunther Krichbaum und Oberbürgermeister Gert Hager die Ankunft der Präsidentendelegation auf dem Waisenhausplatz. Pünktlich um 15.15 Uhr fuhr der Konvoi aus Stuttgart dann vor. Den zahlreichen Limousinen entstiegen neben Präsident Boris Tadic, der Vizepremierminister Božidar ?eli?, der Minister für Wirtschaft und regionale Entwicklung Nebojša ?iri?, der Botschafter Serbiens in Berlin Prof. Dr. Ivo Viskovi?, Generalkonsul Pero Jankovi? sowie Baden-Württembergs Europaminister Peter Friedrich. Nach der offiziellen Begrüßung begab sich die Delegation zur Abschlussrunde der gemischten deutsch-serbischen Kommission, die seit 10.00 Uhr im Pforzheimer CongressCentrum getagt hatte.
Im Anschluss begaben sich Tadic und Krichbaum in die Pforzheimer Schmuckwelten, wo sie von Sparkassenvorstand Hans-Heiner Boulay, Schmuckweltengeschäftsführer Michael Buck und Juwelier Georg Leicht begrüßt wurden. Bei der Besichtigung der gläsernen Schmuckmanufaktur nahm der Präsident an einem original Goldschmiedetisch Platz und ließ sich über die Schmuck- und Uhrentradition der Goldstadt informieren. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, um zwei Sternzeichenanhänger für seine Töchter als Mitbringsel zu erstehen, die er dann eigenhändig vergoldete. Anschließend zogen sich Tadic und Krichbaum zu einem anderthalbstündigen Gespräch ins Restaurant Müssle zurück, in dem es vor allem um die Beitrittsperspektive Serbiens zur Europäischen Union ging. Nach einem kurzen Rundgang durch die Ausstellungsräume der Schmuckwelten begaben sich die beiden Politiker zu Fuß durch die Pforzheimer Innenstadt zurück zum CongressCentrum.
Dort nahmen sie zusammen mit den Mitgliedern der gemischten Kommission sowie rund 420 geladenen Gästen, darunter zahlreiche Serben und serbisch-stämmige Menschen, am Festakt zur Gründung der deutsch-serbischen Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis teil. In seiner Ansprache verwies Boris Tadic auf die geschichtlichen Parallelen zwischen Serbien und Deutschland. Vor allem die Einwohner Pforzheims wüssten, was Krieg und Zerstörung bedeuteten. Beide Länder hätten Fehler in der Vergangenheit begangen, auch im Umgang miteinander. Gerade deswegen könnte man sich gut in die Lage des anderen hineinversetzen. Auch Gunther Krichbaum wies in seiner Rede auf die Geschichte hin: „Ohne das Vertrauen seiner europäischen Nachbarn, wäre die Westintegration und der Wiederaufbau Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg sicher nicht möglich gewesen. Deshalb sollten gerade wir wissen, wie wichtig Vertrauen in die Wandlungs- und Reformfähigkeit eines Staates ist.“ Serbien sei für ihn ohne Wenn und Aber ein Teil Europas und ein zukünftiges Mitglied der EU. Daher unterstütze er Präsident Tadic nach Kräften dabei, Serbien in die Europäische Union zu führen.
Europaminister Peter Friedrich und Igor Samardciz unterstrichen in ihren Ausführungen die Wichtigkeit der Völkerverständigung, eines der Hauptanliegen der neu gegründeten Gesellschaft. Europa müsse von unten zusammenwachsen, so Samardciz. Dazu müssten Vorurteile beseitigt und Freundschaften gestärkt werden. Beides ginge am besten durch persönliche Begegnungen und gegenseitigen Austausch auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene. Nach Ende des offiziellen Teils, der musikalisch durch den 14jährigen serbisch-stämmigen Pianisten Igor Alexander Knebel und die Tanzgruppe des Vereins Dositelj Obradovic eingerahmt wurde, begab sich die Festgesellschaft zum Stehempfang des Kreises ins Foyer des mittleren Saales. Im Mittelpunkt stand dabei natürlich Boris Tadic, der von den Gästen umringt wurde. Kurz vor neun verließ ein sichtlich gut gelaunter serbischer Präsident dann die Veranstaltung und machte sich auf den Rückweg nach Stuttgart. Im CCP wurde danach noch lange gefeiert.
Initiiert hatte den Präsidentenbesuch Gunther Krichbaum. Als Vorsitzender des Europaausschusses des Deutschen Bundestages unterhält er schon lange eine enge Beziehung zur serbischen Regierung und insbesondere zu Präsident Boris Tadic. Bei einem Treffen in Berlin im Mai hatte er Tadic offiziell nach Pforzheim eingeladen. Ende August schließlich kam die Zusage aus Belgrad. Nun galt es in enger Abstimmung mit dem Stuttgarter Staatsministerium, der Stadt und dem Landkreis den Präsidentenbesuch und die Tagung der gemischten Kommission zu planen. Zeitgleich wurde auch die Gründungsfeier der deutsch-serbischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Pforzheimer Rechtsanwalt Igor Samardciz vorbereitet. Ein auf Grund der Kürze der Zeit nicht einfaches Unterfangen, welches am Ende aber von Erfolg gekrönt war. „Mein Dank gilt allen, die zum Gelingen dieses großen Tages für Pforzheim beigetragen haben“, so Gunther Krichbaum.









